RATGEBER · NACHSORGE

Implantate pflegen: wie Sie eine Periimplantitis vermeiden.

Autor & fachliche Prüfung: Dr. F. J. Rodríguez Ruíz, MSc. Veröffentlicht: 2026 Aktualisiert: 2026 Lesezeit: ca. 5 Min.
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Kurz beantwortet: Implantate bekommen keine Karies — dafür kann sich das Gewebe um sie herum entzünden. Bleibt das unbemerkt, geht Knochen verloren, und diese Periimplantitis ist deutlich schwerer zu behandeln als eine Parodontitis am eigenen Zahn. Entscheidend sind tägliche Reinigung der Übergänge, regelmäßige professionelle Nachsorge und Rauchverzicht.

Ein Implantat ist keine wartungsfreie Lösung. Es ist die belastbarste Form von Zahnersatz, die wir haben, und sie hält so lange, wie das Gewebe um sie herum gesund bleibt.

Warum die Entzündung am Implantat gefährlicher ist

Ein natürlicher Zahn ist über Fasern elastisch im Knochen verankert und gut durchblutet. Ein Implantat ist direkt mit dem Knochen verbunden — stabiler, aber mit weniger Abwehrreserve am Übergang zum Zahnfleisch. Setzen sich dort Bakterien fest, entsteht zuerst eine oberflächliche Entzündung der Schleimhaut. Diese ist umkehrbar. Greift sie auf den Knochen über, spricht man von Periimplantitis: Der Knochen zieht sich zurück, das Implantat verliert Halt. Dieser Verlust ist nicht rückholbar, und die Behandlung ist aufwendig.

Der zweite Unterschied ist die Wahrnehmung. Weil im Implantat kein Nerv sitzt, fehlt das frühe Schmerzsignal. Viele Periimplantitiden werden erst in der Kontrolle entdeckt — was genau der Grund für die Kontrolle ist.

Die tägliche Pflege

  • Zweimal täglich putzen wie gewohnt, mit besonderer Aufmerksamkeit für den Übergang zwischen Krone und Zahnfleisch
  • Zwischenräume täglich reinigen — Interdentalbürsten in passender Größe, bei Brücken Spezialfloss zum Unterfahren
  • Bei festsitzenden Brücken auf Implantaten: die Unterseite konsequent mitreinigen, hier sammelt sich am meisten
  • Munddusche als Ergänzung möglich, nicht als Ersatz für mechanische Reinigung
  • Auf Blut beim Putzen achten — am Implantat ist das ein früheres und wichtigeres Signal als am eigenen Zahn

Die Risikofaktoren, die wirklich zählen

Rauchen ist der stärkste. Es verschlechtert die Durchblutung des Gewebes, erhöht die Rate an Periimplantitis deutlich und wirkt bereits während der Einheilung. Es folgen eine vorbestehende oder unbehandelte Parodontitis — wer eigene Zähne durch Parodontitis verloren hat, trägt dasselbe Risiko am Implantat weiter —, ein schlecht eingestellter Diabetes und ausgelassene Nachsorgetermine. Auch technische Faktoren spielen mit: Ein schwer zu reinigender Kronenrand macht gute Pflege praktisch unmöglich, weshalb die Reinigungsfähigkeit bereits Teil der Planung ist.

Nachsorge in festen Abständen

Für Implantatpatienten sind engere Intervalle sinnvoll als für die allgemeine Prophylaxe — bei Parodontitis in der Vorgeschichte deutlich engere. Kontrolliert werden Blutungsneigung, Taschentiefen am Implantat, der Sitz der Verbindung und in Abständen das Knochenniveau im Röntgenbild. Gereinigt wird mit Instrumenten, die die Implantatoberfläche nicht beschädigen — das ist ein Unterschied zur Reinigung natürlicher Zähne.

Nüchtern gesagt: Die Nachsorge kostet über zehn Jahre einen Bruchteil dessen, was ein verlorenes Implantat und dessen Ersatz kosten. Sie ist der günstigste Teil der ganzen Behandlung.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich mit Implantaten zur Kontrolle?

Häufiger als der Standard von zweimal jährlich, besonders im ersten Jahr und bei Parodontitis in der Vorgeschichte. Das Intervall legen wir nach Befund und Risikoprofil fest.

Können Implantate Karies bekommen?

Nein, Titan und Keramik werden nicht kariös. Das Risiko liegt vollständig im umgebenden Gewebe — und bei den eigenen Nachbarzähnen, die weiterhin Karies bekommen können.

Woran erkenne ich eine Periimplantitis?

Frühzeichen sind Blut beim Putzen, gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch am Implantat und ein Druckgefühl. Schmerz kommt spät. Deshalb sind die Kontrollen wichtiger als das eigene Empfinden.

Lässt sich eine Periimplantitis behandeln?

Ja, je früher desto erfolgreicher. Behandelt wird durch Reinigung der Implantatoberfläche, in fortgeschrittenen Fällen chirurgisch. Bereits verlorener Knochen kommt jedoch nicht von selbst zurück.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Fachliche Prüfung: Dr. F. J. Rodríguez Ruíz, MSc., Zahnarzt bei A+ Dental, Düsseldorf-Oberkassel.

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