Kurz beantwortet: Bei der professionellen Zahnreinigung werden harte und weiche Belege auch dort entfernt, wo Zahnbürste und Zahnseide nicht hinkommen — zwischen den Zähnen, unter dem Zahnfleischrand und an Kronenrändern. Für die meisten Erwachsenen ist zweimal jährlich sinnvoll; bei Parodontitis, Implantaten, Rauchen oder Diabetes häufiger. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt sie in der Regel nicht.
Die häufigste Frage zur PZR ist zugleich die berechtigteste: Wenn ich zweimal täglich gründlich putze, warum brauche ich das dann?
Warum Putzen allein nicht ausreicht
Auch bei sehr guter Technik bleiben Stellen unerreichbar: die Zahnzwischenräume in ihrer ganzen Tiefe, der Bereich knapp unter dem Zahnfleischrand, die Rillen alter Füllungen und Kronenränder, die Innenflächen der Frontzähne. Weicher Belag verhärtet dort innerhalb von Tagen zu Zahnstein, und auf dieser rauen Oberfläche siedeln sich neue Bakterien schneller an. Ab diesem Punkt ist die Ablagerung mit keiner Bürste mehr entfernbar.
Was tatsächlich gemacht wird
- Befund und Beurteilung von Zahnfleisch, Zwischenräumen und vorhandenem Zahnersatz
- Entfernung harter Belege mit Ultraschall oder Handinstrumenten, oberhalb und knapp unterhalb des Zahnfleischrands
- Reinigung der Zwischenräume — der Teil, der zu Hause am häufigsten fehlt
- Politur aller Flächen, damit sich neuer Belag schlechter anhaftet
- Fluoridierung zum Schutz des Zahnschmelzes
- Konkrete Hinweise zur eigenen Technik: welche Stellen bei Ihnen auffällig sind und womit sie erreichbar sind
Der letzte Punkt ist der, der langfristig am meisten verändert — und der, der bei einer reinen „Reinigung im Vorbeigehen" wegfällt.
Das richtige Intervall
Zweimal im Jahr ist für gesunde Erwachsene ein sinnvoller Ausgangspunkt. Kürzere Abstände sind angezeigt bei behandelter Parodontitis, bei Implantaten, bei festsitzenden Zahnspangen und Retainern, bei Rauchen, bei Diabetes, in der Schwangerschaft und bei Neigung zu starkem Zahnstein. Wer über Jahre stabil und entzündungsfrei bleibt, kann das Intervall auch verlängern. Wir legen es nach Befund fest, nicht nach Schema.
Kosten und Erstattung
Die PZR ist bei gesetzlich Versicherten in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Viele Kassen beteiligen sich über Bonusprogramme, und ein Teil der Zahnzusatzversicherungen erstattet sie ganz oder teilweise — es lohnt sich, im Tarif nachzusehen. Bei der Nachsorge einer behandelten Parodontitis gilt eine eigene Systematik, die von der Kasse getragen wird.
Was die Reinigung nicht ist: eine Aufhellung. Sie entfernt Verfärbungen von Kaffee, Tee und Nikotin, wodurch die Zähne heller wirken. Die Eigenfarbe des Zahns verändert sie nicht.
Häufige Fragen
Tut die professionelle Zahnreinigung weh?
Meist nicht. Bei entzündetem Zahnfleisch oder freiliegenden Zahnhälsen kann sie unangenehm sein — sagen Sie das vorher, dann arbeiten wir schonender oder betäuben lokal.
Wie lange dauert ein Termin?
Etwa 45 bis 60 Minuten, abhängig von Belagsmenge und Anzahl der Zähne. Beim ersten Termin ist es meist mehr.
Schadet die Reinigung dem Zahnschmelz?
Nein, bei fachgerechter Durchführung nicht. Die Politur ist auf die Belagsentfernung abgestimmt, und die abschließende Fluoridierung härtet die Oberfläche zusätzlich.
Darf ich danach sofort essen und Kaffee trinken?
Nach der Fluoridierung sollten Sie etwa eine Stunde warten. In den ersten Stunden nach der Politur nehmen die Zähne Farbstoffe leichter auf — Kaffee, Rotwein und Tee besser auf später verschieben.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Fachliche Prüfung: Dr. F. J. Rodríguez Ruíz, MSc., Zahnarzt bei A+ Dental, Düsseldorf-Oberkassel.