Zahnerhalt

Freiliegende Zahnhälse schützen

Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, liegt die Zahnwurzel frei — ohne Schmelz. Diese Stelle schmerzt leichter und wird schneller kariös.

Freiliegende ZahnhälseÜberempfindlichkeitSchutzversiegelungUrsachenbehandlung
Beratung anfragen Termin online buchen

Beratung und Behandlung finden auf Deutsch, Spanisch, Englisch oder Portugiesisch statt.

Warum genau der Zahnhals das Problem ist.

„Die freiliegende Wurzel hat keinen Schmelz, der sie schützt."

Der sichtbare Teil des Zahns ist von Schmelz bedeckt, der härtesten Substanz im Körper. Der Wurzelbereich unter dem Zahnfleisch hat keinen Schmelz — dort liegt Wurzelzement und darunter Dentin.

Im Dentin verlaufen unzählige feine Kanäle bis zum Nerv. Zieht sich das Zahnfleisch zurück und liegt dieser Bereich frei, erreichen Kälte, Süßes, Luftzug und die Zahnbürste den Nerv direkt. Das ist der Schmerz, den Sie spüren.

Dazu kommt: die freiliegende Wurzeloberfläche ist säureempfindlicher als Schmelz. Karies entsteht dort schneller. Schmerz und Kariesrisiko treffen an derselben Stelle zusammen.

Was dabei passiert.

Ursache

Das Zahnfleisch zieht sich zurück

Parodontitis, zu kräftiges Putzen, Zähneknirschen und altersbedingte Veränderungen sind die häufigsten Gründe.

Symptom

Kälte zieht ein

Kalte Getränke, Süßes, kalte Luft oder die Zahnbürste lösen einen kurzen, scharfen Schmerz aus.

Teufelskreis

Man putzt die Stelle nicht mehr

Weil es weh tut, wird dort weniger geputzt. Belag bleibt liegen, die Entzündung nimmt zu, das Zahnfleisch geht weiter zurück.

Karies

Die Wurzel ist schwächer als Schmelz

Die freiliegende Oberfläche hält Säure schlechter stand — Karies entsteht dort schneller.

Nicht umkehrbar

Zurückgegangenes Zahnfleisch wächst nicht nach

Deshalb gilt beides gleichzeitig: die freiliegende Fläche schützen und die Ursache behandeln.

Verlauf

Unbehandelt wird es mehr

Solange die Ursache bleibt, vergrößert sich die freiliegende Fläche. Früh ist es einfacher.

Ablauf

Unser Vorgehen.

Ursache behandeln und Oberfläche schützen — beides, nicht nur eines.

01

Ursache finden

Wir prüfen, ob Parodontitis, Putzdruck, Knirschen oder die Bisssituation im Vordergrund steht. Ohne diesen Schritt kommt es wieder.

02

Abgrenzen

Wir unterscheiden Überempfindlichkeit von Karies und von einer Nerventzündung. Schmerz in der Nacht spricht für etwas anderes.

03

Ursache behandeln

Parodontitis wird behandelt, die Putztechnik korrigiert, bei Knirschen kommt eine Schiene in Frage.

04

Oberfläche versiegeln

Auf die freiliegende Wurzeloberfläche kommt eine schützende Versiegelung. Es wird nichts gebohrt, eine Betäubung ist in der Regel nicht nötig.

05

Wirkung prüfen

Viele Patienten spüren den Unterschied direkt nach dem Auftragen. Wie stark, ist individuell.

06

Regelmäßig erneuern

Die Schicht hält nicht dauerhaft. Bei jeder Kontrolle sehen wir nach und tragen bei Bedarf neu auf.

Zu den Kosten

Zu den Kosten dieser Behandlung.

Die Kosten hängen vom Befund und vom gewählten Weg ab. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen Heil- und Kostenplan mit allen Positionen — mit Kassenanteil und Eigenanteil. Wir beginnen nichts, bevor Sie diesen Plan gelesen haben.

Kosten und Finanzierung →

Häufige Fragen

Was macht eine Schutzversiegelung genau?

Sie bildet eine dünne Schicht auf der freiliegenden Wurzeloberfläche, sodass Reize schwerer durch die Dentinkanäle zum Nerv gelangen. Es wird nichts gebohrt, eine Betäubung ist in der Regel nicht nötig, und es geht in einem Termin.

Wie lange hält das?

Je nach Material und Stelle rechnen Sie mit einigen Monaten. Durch Essen, Trinken und Putzen geht die Schicht allmählich verloren — dauerhaft ist sie nicht. Bei jeder Kontrolle prüfen wir den Zustand und tragen bei Bedarf neu auf.

Ich habe gelesen, dass dabei Ionen abgegeben werden. Wofür?

Das von uns verwendete Material gibt über Wochen mehrere Ionen ab, darunter Fluorid. Erwartet wird, dass es die Remineralisation der Zahnoberfläche unterstützt und die Widerstandskraft gegen Säure verbessert. Das ist eine Unterstützung — kein Ersatz für Reinigung und Vorsorge.

Ist die Überempfindlichkeit damit geheilt?

Die Beschwerden lassen sich dämpfen, die Ursache bleibt. Wenn der Grund für den Zahnfleischrückgang nicht behandelt wird — Parodontitis, Putzdruck, Knirschen — vergrößert sich die freiliegende Fläche weiter. Die Versiegelung schützt, die Ursachenbehandlung entscheidet.

Was ist der Unterschied zu einer Zahnpasta für empfindliche Zähne?

Die Zahnpasta wirkt über die tägliche Anwendung allmählich und ist sinnvoll, wenn freiliegendes Dentin die Ursache ist. Die Versiegelung wird in der Praxis aufgetragen und bildet die Schutzschicht sofort. Beides zusammen ist nicht unüblich.

Tut das weh, und wie lange dauert es?

Es wird nicht gebohrt, also ist es kein schmerzhafter Eingriff. Das Auftragen selbst dauert nur kurz. Danach bitten wir Sie unter Umständen, eine Weile nichts zu essen oder zu trinken.

Geht das auch bei Kindern oder in der Schwangerschaft?

Da nicht gebohrt wird, ist der Anwendungsbereich breit. Wenn Sie schwanger sind, sagen Sie es uns bitte vorher — wir entscheiden dann über Material und Zeitpunkt.

Reicht die Versiegelung allein aus?

Nein. Sie nimmt den Schmerz an der Oberfläche, aber sie ersetzt weder die Behandlung der Ursache noch die regelmäßige Vorsorge. Beides gehört dazu, sonst kehrt das Problem an neuer Stelle zurück.

Passend dazu

Ursachen empfindlicher Zähne → Prophylaxe → Zähneknirschen → Alle Behandlungen →

Der erste Schritt ist ein Gespräch.

Wir empfehlen nichts ohne Diagnose. In der Beratung sehen wir uns Ihre Situation an und erklären die Möglichkeiten — mit Vor- und Nachteilen.